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Überzeugender Sieg nach einseitigem Spiel

Die Lok dampft auf Platz 4

26. Spieltag: 1. FC Lok Stendal - Oscherslebener SC

von Dirk Schultz

Doch! Man muss auch mal mit einem 5:0 Sieg zufrieden sein. Die Autogrammsammler des aktuellen Stendaler Fußballs wären heute auf ihre Kosten gekommen. Kühn, Nellesen, Ujazdowski, Sikulskyi, Karaterzyan – sie alle hatten sich unter das Volk gemischt, Pardon: auf der Tribüne Platz genommen. Nun, so ganz freiwillig taten sie das auch nicht. Also das auf der Tribüne Platz nehmen schon, sie stärkten durch ihre Anwesenheit den spielenden Lokisten den Rücken. Aber sie wären mit Sicherheit auch gerne auf dem grünen Rasen dabei gewesen. Und wenn der ganze etatmäßige Sturm zuschaut, dann fragt sich der dem 1. FC Lok Stendal geneigte Fußballfan schon, wer denn heute die Tore schießen soll???
Trainer Körner hatte den verbliebenen Kader klug eingestellt und umgestellt. Erdmann und Gödecke bildeten heute die Spitze. Und wie sie die bildeten!!! Und wie die Spitze stach!!! Drei Tore gingen auf ihr Konto. Deren schnelles, teilweise direktes Spiel war schon schön anzusehen. Und es war für den Gast gefährlich. Vier Spieler schossen heute die Tore und ersetzten damit die Stürmer. Es machte sich bezahlt, dass der Verein den Kader in den letzten Jahren mit Bedacht erweitert hat.
Es war zu erwarten, das sich Oschersleben hinten reinstellt und auf eine Konterchance oder einen langen Ball wartet. Also musste eine schnelle Führung her. Die Stendaler machten vom Anstoß an ernst. Der ballführende Spieler der Gäste wurde angelaufen, jeder Spielaufbau der Oscherslebener bereits im Ansatz zerstört. Und so dauerte es auch nur acht Minuten, bis sich die Taktik der Gäste in Luft aufgelößt hatte. Nach Flanke von rechts kommt Franz Erdmann im Strafraum frei zum Kopfball. Er muss nicht einmal springen, drückt den Ball ins linke untere Eck. Aber kurze Zeit später fast der Ausgleich. Unsere Abwehr bekommt den Ball auf der linken Seite nicht unter Kontrolle, der Ball springt Imorou vor die Füße, sein Schuss geht nur Millimeter am linken Pfosten vorbei. Die Chance war ein höfliches Geschenk des Gastgebers an die Gäste, es war die erste und letzte Gefahr im Stendaler Strafraum. In der 14. Minute hatte Martin Gödecke gleich zwei Chancen in 15 Sekunden. Erst geht ein Schuss von ihm an die Latte. Der Ball bleibt im Spiel, kommt über links wieder zu Gödecke, sein Kopfball geht aber über das Tor. In der 18. Minute trifft er dann aber. Nach tollem Pass in die Tiefe geht der heute sehr gute Clemens Paul Berlin auf den Torwart zu, behält den Kopf oben und legt den Ball im richtigen Moment mannschaftsdienlich nach rechts. Dort muss Gödecke die Kugel nur noch in das leere Tor schieben. 5 Minuten später ein ähnliches Bild. Diesmal ist es Franz Erdmann, der nur noch den Keeper vor sich hat, ihn klug ausspielt und ins leere Tor einnetzt. In der 42. Minute ist es dann Instenberg, der auf den Keeper zuläuft, hier kann ein Verteidiger den Ball aber in allerhöchster Not noch wegspitzeln. Die Überlegenheit des Gastgebers in den ersten 45 Minuten war schon deutlich. Giebichenstein hatte einen ruhigen Tag.
Nach dem Seitenwechsel ging es unverändert weiter. Der Gastgeber machte das Spiel, Oschersleben hatte dem nichts entgegenzusetzen. In der 51. Minute geht Philipp Groß auf links bis zur Grundlinie durch, kann nur noch durch ein Foul gebremst werden. Keiner diskutiert. Instenberg lässt danach dem Torwart beim fälligen Elfmeter keine Chance. Nur kurze Zeit später ist es ein zweites Mal das Aluminium, das einen Torerfolg Gödeckes verhindert. Nach toller Kombination über Instenberg und Erdmann kommt der Ball zu ihm, diesmal ist es der rechte Pfosten, der das Tor verhindert. Clemens Paul Berlin schießt in der 67. Minute dann sein zweites Saisontor. Ein tolles Solo schließt er gekonnt ab. Diesmal legt er nicht auf den mitgelaufenen Spieler ab, er hatte erkannt, dass der im Abseits war. Also lässt er den Keeper aussteigen und schiebt den Ball alleine ins Tor.
Dann war der Dampf raus. Den Stendalern gelingt es mit der 5:0 Führung im Rücken nicht, die Spannung hochzuhalten. Oschersleben ist spielerisch nicht in der Lage, etwas zu erreichen. Und so läuft das Match die letzten 20 Minuten runter, ohne dass etwas Nennenswertes passiert.
In dem heutigen Spiel hat man gut gesehen, warum wir oben mitspielen und Oschersleben gegen den Abstieg kämpft. Die Saison neigt sich dem Ende, das Hölzchen ist wieder eine Festung. Wir stehen in der Heimtabelle auf Platz 2, auch in der Rückrundentabelle. Nun müssen sich höhere Ziele gesteckt werden. Wir können das!!! Das müssen die Jungs verinnerlichen!!!

Tore: 1:0 Erdmann(8.), 2:0 Gödecke(18.), 3:0 Erdmann(23.), 4:0 Instenberg(51./FE), 5:0 Berlin(67.)

Lok Stendal: Giebichenstein - Gebauer, Werner, Sommermeyer, Groß(59. Liebisch), Schubert, Instenberg(64. N. Breda), Berlin, Salge, Gödecke(69. L. Breda), Erdmann

Schiedsrichter: Torsten Felkel(Salzwedel)

Assistenten: Michael Damke, Alexander Machui

Zuschauer: 218

Das Video zum Spiel findet ihr in Kürze HIER