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Unglückliche Niederlage für die Stendaler Mannschaft

Dessau durchbricht das Gesetz der Serie

30. Spieltag: 1. FC Lok Stendal - SV Dessau 05 1:2 (0:0)

von Dirk Schulz

Der Ex-Stendaler Marcus Jeckel, Trainer der Dessauer, weiß offensichtlich, wie in Stendal gepunktet wird. Lange ist es her, dass im Stendaler Hölzchen eine so offensiv eingestellte Gastmannschaft aufgelaufen ist. Die konsequente Manndeckung bereitete uns schon beim Abstoß Probleme. Es gab kaum einen freien Mann, ein Spielaufbau, der in der eigenen Hälfte kontrolliert beginnen sollte, wurde von den Dessauern frühzeitig unterbunden. Dabei setzten sie natürlich auch auf eigene Angriffe. Bereits in der 1. Minute musste Martin Hermenau, der im letzten Spiel der Saison das Tor für Bryan Giebichenstein hütete, Kopf und Kragen riskieren. Bei einem schnellen Gegenstoß verließ er rechtzeitig seinen Kasten und trennte den Dessauer Angreifer außerhalb des Strafraumes fair vom Ball. Das war klasse gemacht. In der 2. Minute setzte ein scharf getretener Freistoß unmittelbar vor ihm auf, so dass er den Ball nur abprallen lassen konnte. Wagemutig stürzte er sich dem nachsetzenden Dessauer entgegen, verletzte sich dabei jedoch und zog sich eine Platzwunde im Gesicht zu. Er musste verletzungsbedingt ausgewechselt werden. So war für Martin der Verbandsligaeinsatz leider bereits nach 2 Minuten vorbei, in diesen 2 Minuten glänzte er jedoch.
 
Danach übernahmen die Stendaler zunehmend das Zepter. Etwa bis zur 20. Minute erspielten sie sich mehrere Chancen. In der 8. Spielminute traf Marcel Werner mit einem wunderbar getretenen Freistoß (von halb rechts aber rechts an der Mauer vorbei) leider nur den Pfosten. Einen weiteren tollen Angriff starteten die Rolandstädter in der 13. Minute. Niklas Buschke setzte sich rechts toll durch und gab zum besserstehenden Moritz Instenberg ab. Der sah den noch besser stehenden Clemens Paul Berlin am linken Pfosten, dessen Schluss ging jedoch knapp vorbei. Wenn es auch kein Tor war, die Übersicht, die die Spieler in dieser Situation behielten, war allein den Beifall wert.
 
Nach etwa 25 Minuten verflachte das Spiel. Zwei gleichwertigen Mannschaften gelang es kaum, tolle Chancen herauszuarbeiten. Das änderte sich in der 42. Spielminute, als Dessau innerhalb von 60 Sekunden zwei Großchancen hatte. Nach einem langen Ball hebt der Dessauer Stürmer den Ball über Bryan Giebichenstein, der Heber geht jedoch neben das Tor. Kurze Zeit später landet ein doch etwas unplatzierter Schuss neben dem Stendaler Gehäuse. Nahezu im direkten Gegenzug muss der Dessauer Torwart, der heute mehrfach Gelegenheit hatte, sich auszuzeichnen, gegen Niclas Buschke in höchster Not retten. Torlos wurden die Seiten gewechselt.
 
Zu Beginn der zweiten Hälfte erhöhte LOK deutlich das Tempo. Die Mannschaft konnte sich eine Vielzahl von Chancen erspielen, scheiterte jedoch immer wieder am ausgezeichneten Dessauer Torwart. Lange hielt er Dessau im Spiel. In der 65. Minute konnten die Zuschauer dann endlich die 1:0-Führung der Stendaler bejubeln. Instenberg macht mit einem hervorragenden Pass das Spiel breit und nach zwei vergeblichen Versuchen landet der Ball bei Buschke, der dann jedoch keine Mühe hat, die Kugel ins Tor zu schieben. Danach gab es weitere Stendaler Chancen, Torwart Daniel Ziesche war jedoch einfach nicht zu überwinden. Was zu halten war, hielt er auch. In der 76. Minute verteidigt Stendal dann schlecht. Philip Kupka dringt mit dem Ball in den Strafraum ein, 4 Stendaler stehen dicht bei ihm. Da darf kein Foul gespielt werden! Genau das passiert jedoch und den fälligen Elfmeter versenkt Benjamin Gierke sicher. Bald sah es so aus, als würde die Serie der Unentschieden(5 Unentschieden in den letzten 6 Punktspielbegegnungen) fortgesetzt werden. Nahezu mit dem Schlusspfiff gelingt den Dessauern dann jedoch der glückliche Siegtreffer. Kühn wird in Höhe der Mittellinie gefoult, der Schiedsrichter pfeift jedoch nichts. Die Dessauer spielen den Angriff aus und Friedrich Fromm kann letztendlich unbedrängt zum 2:1 Siegtreffer für die Gäste einschießen. Dann ist Schluss und die Stendaler haben nach 196 Tagen wieder eine Heimpartie verloren. Das ändert nichts daran, dass sie in der Saison 2015/2016 die beste Heimmannschaft sind, in der Rückrundentabelle fallen sie auf den 3. Platz ab.
 
Nun ist Urlaub und in der kommenden Saison muss von Anfang an in der Spitze mitgespielt werden. Dann kommen auch wieder mehr Zuschauer!

Tore:
1:0 Buschke(65.), 1:1 Girke(76./FE), 1:2 Fromm(90.)

Lok Stendal: Hermenau(4. Giebichenstein) - Kühn, Mahrhold, Werner, Groß, Schubert(46. Erdmann), Sommermeyer, Instenberg, Salge(72. Liebisch), Berlin, Buschke

Schiedsrichter: Torsten Felkel(Salzwedel)

Assistenten: Josefin Reinsch, Christopher Bethke

Zuschauer: 217

Das Video zum Spiel findet ihr HIER