Lok in der Presse

„Damit können wir nicht zufrieden sein“

Lok in der Analyse nach zehn Fußball-Verbandsliga-Spielen

(Altmark-Zeitung, 28.10.2014)

Gesetzt: Lok-Kapitän Philipp Groß (rechts) ist als Linksverteidiger eine Bank.

Stendal. Die Tabelle lügt nicht. Zehnter nach zehn Spielen. Der 1. FC Lok Stendal spielt noch keine konstante Saison. „Damit können wir nicht zufrieden sein. Manchmal fehlt es an der Umsetzung, manchmal auch am Glück“, sagt Lok-Trainer Sven Körner.

Ein Vergleich zum Ende der Vorsaison (4.) hinkt aber, da Lok wieder einmal einen Umbruch im Kader hatte und Leistungsträger verlor. Die AZ analysiert die Leistung der Mannschaftsteile.

Tor
Die großen Fehler machte Torwart-Neuzugang Bryan Giebiechenstein bisher nicht. Da die Nummer eins aber auch ein Teil der Abwehr ist, stand er bisweilen ebenso wie seine Vorderleute nicht gut da mit 17 Gegentoren. Nach André Ronneburg, dem vorher unangefochtenen Stammtorwart, hat Lok jedoch kein Problem auf der Position. „Er hat sich etabliert“, erklärt Körner. Nachwuchsmann John Ziesmann ist auch noch da, kann als Herausforderer mit starken Trainingsleistungen Druck auf Giebichenstein machen. Der Coach: „John soll ihn weiter unter Druck setzen.“

Abwehr
Das Zentrum der Viererabwehrkette schaut komplett anders aus als in der Vorsaison, als meistens Christopher Luhaka und Philipp Groß in der Mitte verteidigten. Mit dem höherklassig erfahrenen Andreas Sommermeyer und Ukrainer Artem Sikulsky fand Lok zwei neue. Gerade Sommermeyer etablierte sich als Abwehrchef und zeigt konstant gute Leistungen. Für Sikulsy standen auch schon Franz Erdmann, dessen „Spieleröffnung“, Körner hervorhebt, und Steven Schubert neben Sommermeyer. Rechts ist Dauerläufer Martin Gebauer eine Bank, links Kapitän Philipp Groß. „Wir haben eine erfahrene Abwehr“, sagt Gebauer, der aber findet, dass die Defensive nicht auf die hinterste Reihe beschränkt ist. „Die Abwehrarbeit geht vorne los“, merkt der rechte Läufer an.

Mittelfeld
Hier herrschte die größte Fluktuation während der ersten zehn Spiele. Im Mittefeldzentrum seinen festen Platz hat nur Neuzugang Moritz Instenberg, der das allerdings mit durchweg guten Leistungen untermauerte. Bei den anderen im Vierer- oder Fünfer-Mittelfeld gab es Höhen und Tiefen. Der Neue Philipp Grempler (Linksaußen) schoss schon einmal drei Tore in einem Spiel (3:3 gegen Halleschen FC II), fand sich aber auch schon auf der Bank wieder. Übungsleiter Körner merkt jedoch auch an, dass seine Mittelfeldakteure „unglaubliche Wege“ laufen müssen. Rechts versuchten sich schon Vincent Kühn und zuletzt Benedikt Nellessen. Letzterer scheint dort seinen Platz gefunden zu haben. Kühn dagegen im Sturm.

Angriff
Juninhos Tore fehlen. Die Chancenverwertung gilt als das große Problem bei Lok – von den 30 Tore fielen elf gegen den nicht Liga-tauglichen Schönebecker SC und fünf gegen den TSV Völpke. Nach dem Abgang Juninhos drängt sich nur der aus dem Mittelfeld versetzte Kühn auf. Er traf schon sechs Mal und ist neben Standardmann Franz Erdmann bester Torschütze Loks. Körner: „Er macht seine Sache ordentlich. Aus der Not ist eine Tugend geworden.“ Mal spielt Lok mit einem Stürmer, mal mit zweien. Niclas Buschke (18) muss noch zulegen. „Er muss an seiner Physis arbeiten“, bemerkt sein Trainer. Die kurzzeitige Rückkehr von Ousmane Diakho erwies sich als Flop, Neuzugang Dmytro Zinchenko (Ukraine) steht noch ohne Tor da, fällt aber trotzdem auf. „Er hat unglaubliche Fähigkeiten in der Athletik“ und spiele „mannschaftsdienlich“, bescheinigt ihm Körner. Er sei aber noch „kein Torjäger“.

Von Benjamin Post