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Bus vor dem Lok-Tor geparkt!

Es geht doch! Dank einer leidenschaftlichen, vor allem aber kämpferisch bockstarken Leistung hat der 1. FC Lok Stendal am Samstag im Heimspiel gegen Mit-Aufsteiger FC Eilenburg die Talfahrt gestoppt. Am Ende hieß es vor 238 Zuschauern nach nicht immer ansehnlichen, dafür aber spannenden 90 Minuten leistungsgerecht 0:0

Ein Bild mit Symbolcharakter. Wie auf dem Banner der Fans gefordert, standen alle zusammen und kamen gemeinsam zum Erfolg.

Nach zuletzt drei Liga-Pleiten in Folge und ohne neun potentielle Stammspieler blieb Trainer Sven Körner, dessen Spielphilosophie bekanntlich eine ganz andere ist, als hinten Beton anzurühren, nichts anderes übrig, als den "Bus im Tor zu parken". Anstatt mutig nach vorne zu schieben und den Gegner schon im Spielaufbau aggressiv anzulaufen, igelten sich die Hausherren von Beginn an ein und überließen den favorisierten, weil zuvor in sieben Spielen ungeschlagenen Gästen, das Groß der Spielanteile. Der FCE ließ das Leder auch ordentlich durch die eigenen Reihen zirkulieren, von der Box blieben die Eilenburger aber meilenweit entfernt. Zu massiert waren die beiden Ketten, welche die Rolandstädter dem zweitbesten Oberliga-Angriff entgegensetzten. Im Spiel ohne Ball verteidigten die Hölzchen-Kicker im 5-4-1.

Dies hatte natürlich auch zur Folge, dass die Partie alles andere wurde als ein Fußball-Leckerbissen. Diesen hatten die eigenen Fans aber angesichts der aktuellen Lage auch nicht erwartet. Im Gegenteil sie feierten jede gelungene Abwehraktion und trieben ihre Eisenbahner 90 Minuten lang an. Einziges Manko war es, dass die wenigen Umschaltaktionen nicht besser ausgespielt wurden. "Da haben wir heute die falschen Entscheidungen getroffen", erklärte Körner auf der Pressekonferenz. So sprang im ersten Durchgang lediglich eine vielversprechende Lok-Chance heraus. Diese hatte es allerdings in sich. Lukas Breda, der gleich nach Abpfiff auf Arbeit fuhr, umkurvte bei einem Tempogegenstoß gleich mehrere Gegner und hatte ein Auge für den mitgelaufenen Nellessen. Der Angreifer, der seine Defensivaufgaben mit Bravour erfüllte, heute aber unzählige Male umsonst steil geschickt wurde, verfehlte das Ziel aber knapp.

Nach dem Pausentee schienen die Gäste ernst machen zu wollen, verschärften ihre Angriffsbemühungen nochmals und belagerten den Lok-Strafraum ohne Pause. Egal wie, irgendwie bekam die Hintermannschaft um Abwehr-Chef Tim Schaarschmidt immer noch ein Bein dazwischen. So überstanden die Rolandstädter auch diese Drangphase der Eilenburger, vergaßen es aber auch aufgrund fehlender Ballsicherheit für mehr Entlastung zu sorgen. Erst in der Schlussphase nahm die Partie nochmal an Fahrt auf, beide Teams versuchten doch noch den Lucky-Punch zu setzen. Die beste Stendaler Chance hatte dabei A-Junior Maurice Schmidt, der wieder von Beginn an ran durfte, aber im entscheidenden Moment einfach noch nicht abgebrüht genug war.

Am Ende sprachen beide Trainer von einem verdienten Remis, welches hat erkämpft wurde. Acht gelbe Karten, vier für jedes Teams, belegen diese Aussagen.

1. FC Lok Stendal: Bryan Giebichenstein - Martin Gödecke, Franz Erdmann, Philipp Groß, Martin Gebauer, Steven Schubert (75. Juninho), Benedikt Nellessen, Max Salge (80. Tim Seidel-Holland), Tim Schaarschmidt, Lukas Breda, Maurice Pascale Schmidt (89. Benjamin Bubke).