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In Unterzahl Moral gezeigt

Der 1. FC Lok Stendal musste sich am Sonntagnachmittag trotz einer vor allem im zweiten Durchgang kämpferischen und couragierten Leistung gegen den SV Blau-Weiß Zorbau mit einem mageren 1:1 (0:1)-Remis begnügen. Auch wenn die Eisenbahner nun seit 21 Spielen weiterhin ungeschlagen sind, war gegen den Aufsteiger selbst in Unterzahl doch viel mehr drin…

Vor 364 Zuschauern erwischten die Eisenbahner den besseren Start. Nach 14 Minuten hatten Fans und Spieler schon den Torschrei auf den Lippen, doch der gutplatzierte Schuss von Benedikt Nellessen wurde von Zorbaus Schlussmann in Weltklasse-Manier gehalten. Nur wenige Augenblicke später verpasste Zorbaus Toptorjäger Alexander Palme auf der anderen Seite nur knapp sein 13. Saisontor, als er sträflich alleingelassen, knapp vorbei schoss. Nach 18 Minuten zappelte der Ball plötzlich im Kasten von Bryan Giebichenstein, der zuvor fünf Spiele in Folge sein Gehäuse sauber hielt. Nach einem Missverständnis zwischen Giebichenstein und Nellessen nach dem Motto „Nimm du ihn, ich hab ihn sicher“ sagte Zorbaus dazwischen sprintender Kapitän Martin Freudenberg danke – 0:1 (18.). Doch die junge Lok-Mannschaft ließ sich nicht beeindrucken und antwortete beinahe im direkten Gegenzug. Vincent Kühn bekam jedoch keine Kontrolle über das Spielgerät. Auch in der 25. Minuten war die Chance da, doch erst verpassen gleich zwei Schwarz-Rote eine scharfe Eingabe um Haaresbreite und dann wurde der Nachschuss von Philipp Groß zur Ecke geklärt. Bis zur Pause dominierte der Tabellenführer zwar weiter das Geschehen, Zorbau blieb aber bei Kontern und langen Bällen stets gefährlich.

Nach einer ordentlichen Kabinenpredigt von Trainer Sven Körner, der auch umstellte, zunächst aber nicht wechselte, bot sich Stendal die Riesenchance zum Ausgleich. Nachdem Vincent Kühn im Strafraum von den Beinen geholt wurde, trat Marcel Werner zum fälligen Strafstoß an. Doch dem Routinier versagten die Nerven und der Ball landete im Fangzaun (49.). Der Wille war dennoch nicht gebrochen und Lok drückte weiter aufs Tempo. Schüsse von Kühn und Nellessen verpassten ihr Ziel allerdings. Nach einer erneuten Unkonzentriertheit in der Hintermannschaft machten es sich die Stendaler noch schwerer. Nachdem Werner, der einen gebrauchten Tag erwischte, den Ball vertändelte, war ein Zorbauer allein auf weiter Flur. Martin Gebauer sprintete zwar noch zur Hilfe, traf aber anstatt dem Ball den Gegner und musste folgerichtig mit Rot frühzeitig Duschen.

Doch nun begann das Kämpferherz in den Stendalern noch fester zu schlagen. Trotz Unterzahl dominierten die Hausherren weiter das Geschehen. Und dann sollte es endlich soweit sein. Lok traf in Person von Niclas Buschke, der satt vollendete, nach Vorarbeit von Juninho – 1:1 (75.). Beide waren erst kurz zuvor eingewechselt worden. Nachdem Buschke nur Sekunden später sogar die Führung auf dem Fuß hatte, blies Lok noch einmal zum Endspurt. Da Zorbaus Michael Lerchl, der sich schon vor der Pause nicht über eine Ampelkarte hätte beschweren dürfen, neun Minuten vor Schluss mit Gelb-Rot vom Platz musste, boten sich den Gastgebern noch mehr Räume. Im Minutentakt rollte Angriff auf Angriff auf das Zorbauer Gehäuse zu, lediglich der nicht unverdiente Siegtreffer wollte nicht mehr fallen und so blieb es beim 1:1.

1. FC Lok Stendal: Bryan Giebichenstein - Franz Erdmann, Philipp Gross, Martin Gebauer, Moritz Instenberg, Steven Schubert (63. Juninho), Benedikt Nellessen, Vincent Kühn (79. Martin Gödecke), Johannes Mahrhold (70. Niclas Buschke), Marcel Werner, Martin Krüger.

Torfolge: 0:1 M. Freudenberg (18.), 1:1 Buschke (75.).