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Lok-Elf belohnt sich spät

Mit einer starken Leistung ringt die Mannschaft von Interims-Trainer Daniel Fest der TSG Neustrelitz einen Punkt ab. Zuerst sah alles aus, wie so oft in den letzten Wochen. Gutes Spiel, aber keine Punkte. Dann aber traf Marcel Werner in der Nachspielzeit und brachte das Hölzchen zum beben.

Die TSG Neustrelitz kam in die Altmark, um ihre Serie ohne Niederlagen fortzusetzen. Das Ziel wurde erreicht, aber wie.
Der Tabellenvierte sah sich einer Mannschaft gegenüber, die keinen Respekt vor dem Absteiger aus der Regionalliga zeigte. Nur mit einer Spitze antretend, aber mit viel Unterstützung aus dem Mittelfeld, zeigte Lok, wo es hingehen sollte. Die Abwehr der Gäste, hervorragend durch den Kapitän Luksik organisiert, konnte in den ersten Minuten nur Feuerwehr spielen, geschweige eigene Angriffe inszenieren. Nach der ersten Ecke in der dritten Minute kommt Martin Krüger zum ersten Abschluss, der Ball geht allerdings über das Tor.
Wenig später kommt Tim Schaarschmidt in exzellenter Position an den Ball, kann ihn jedoch nicht kontrollieren (8.). Vier Minuten später taucht Vincent Kühn vor dem Tor auf, wird allerdings beim Abschluss gestört.

Dann aber der Gast. Mit einem langen Ball auf die halbrechte Position wird N Diaye in Szene gesetzt, er setzt sich durch und wird 8 Meter parallel zum Tor durch Giebichenstein vom Ball getrennt. Der gut amtierende Schiedsrichter zeigte nicht auf den Punkt, eine kniffelige Situation. Dies geschah in der 20. Minute. Acht Minuten später ist Sielaff an der Reihe, den Ball aus 5 Metern zu vertändeln. Das war aber schon die ganze spielerische Herrlichkeit der Mecklenburger in der ersten Halbzeit. Die 30. Minute ist die Minute der durch Lok Stendal vergebenen Chancen: Erst hat Niklas Buschke nach Pass von Vincent Kühn eine sehr gute Gelegenheit, aber der Torwart kann zur Ecke klären. Nach deren Ausführung gibt es erneut Eckball, der zu einer Großchance für Philipp Groß führt, der jedoch im Liegen das Tor nicht trifft.  Danach gleich nochmal Fussballbillard vor dem und am Neustrelitzer Tor. Zwei Pfostenschüsse und ein auf der Linie geklärter Ball helfen den Gästen, die erste Halbzeit schadlos zu überstehen.

Die zweite Hälfte beginnt, Neustrelitz hat gewechselt. Nils Röth kommt für Giorgaki Tsipi. Man bekommt den Stendaler Buschke ein wenig, aber nicht ganz in den Griff. Aber die Gäste kommen auch zu Chancen und gehen nach einer Ecke völlig unerwartet in Führung. Maciej Liskiewicz trifft per Kopf (70.). Loks Trainer reagiert umgehend, indem er Lukas Breda für Vincent Kühn einwechselt. In einer jetzt recht ereignisarmen Phase des Spiels ist Lok stets bemüht, den Ball zu erobern und Druck zu machen, während Neustrelitz wenige Ambitionen zeigt.
Die Norddeutschen wechseln erneut, Jupp Tilly Sielaff verlässt die Partie für Dmytro Pylypchuk .
Stendal macht nun noch mehr Druck. Nach einer Ecke in der 87. Minute geht Schmidt in einem Getümmel im Gästestrafraum zu Boden. Auch hier gibt es allerdings keinen Elfmeter. Tim Seidel-Holland wird kurz vor Schluss für Sebastian Hey eingewechselt.
Dann die erste Minute der Nachspielzeit. Nach einem Eckball trifft Werner nach Gestocher im Strafraum zum verdienten und überfälligen Ausgleich für Lok. Der Jubel im Stendaler Hölzchen kennt nun auf und neben dem Platz keine Grenzen. In einer ansonsten sehr fair geführten Partie sieht Roman Bobak nach rüdem Foulspiel noch den roten Karton.

von Wolfgang Klostermann