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Lok gab alles - trotzdem Niederlage beim Tabellenletzten

NOFV Oberliga Süd, 13. Spieltag

SV Merseburg 99 - 1. FC Lok Stendal 4:1 (1:1)

Aus dem Merseburger Stadtstadion berichtet Wolfgang Klostermann

Benedikt Nellesen und der 1. FC Lok Stendal unterlagen trotz einer 1:0-Führung und guten ersten Halbzeit beim Schlusslicht am Ende noch mit 1:4.

Die Augangslage war klar, bei ausgesprochenem Mistwetter gastierte der Rangsechste beim Tabellenschlusslicht. Die Gäste hatten eine Vielzahl von Ausfällen zu verkraften. Zu zahlreichen langzeitverletzten Spielern kamen auch noch drei gesperrte Akteure hinzu, dass auf der Bank der Gäste bis auf Ersatzkeeper Dennis Röhl ausschließlich A-Jugend Spieler Platz nahmen.

Diese Situation wollte Merseburg, das eine reele Chance auf einen Heimdreier witterte, nutzen. Aber es sollte vorerst ganz anders kommen. Lok begann wie entfesselt, bereits in der 3. Minute setzte sich Buschke auf der linken Außenbahn durch, kurvte nach innen und schlenzte den Ball mit dem rechten Fuß ins lange Eck. Dies war ganz nach dem Geschmack der 40 mitgereisten Stendaler Anhänger. "Weiter so", wurden die Lok-Spieler von Außen aufgefordert. Und die Körner-Elf kam der Aufforderung der eigenen Schlachtenbummler nach. Man merkte dem Team nicht an, dass unzählige Stammspieler fehlten. Immer wieder wurden die Außen, besonders Buschke, geschickt und in der Mitte lauerten Nellessen und Juninho auf ihre Chancen. Und diese sollten auch kommen.

 

Erst passte Nellessen auf Juninho, der wiederum gut für Lukas Breda ablegte. Dessen Schuss war für den Merseburger Schlussmann aber kein ernsthaftes Problem. Auch die nächste Möglichkeit gehörte Lok. Diesmal glänzte Niclas Buschke als Vorbereiter. Seine Flanke erreichte Nellessen, doch dessen Schuss ging knapp am Tor vorbei. Dann wie aus dem Nichts, die erste Möglichkeit der Merseburger: Lok klärt nicht konsequent genug im Mittelfeld, Merseburg kann erneut flanken, die komplette Lok Abwehr wirkt paralysiert und am langen Pfosten kann Hofmann zum Ausgleich einköpfen. Das war der zu diesem Zeitraum unverdiente Ausgleich. Wobei der Schwerpunkt auf „diesen Zeitraum“ zu legen ist. Der zufällige Treffer brachte Lok völlig aus dem Konzept. Lok war nicht mehr wiederzuerkennen. Die Abwehr verlor teilweise die Übersicht (Gebauer davon ausgenommen), das „Ersatzmittelfeld“ konnte keine Ordnung ins Spiel bringen und die Stürmer bekamen nun auch keinen Fuß mehr auf den Boden.

Es war nicht so, dass es Nellessen, Buschke und Co. nicht versuchten, aber sie bekamen in der zweiten Halbzeit keinen Zugriff auf das Spiel. Es soll nicht verschwiegen werden, dass noch Chancen vorhanden waren, aber die Möglichkeiten durch Gebauer und Nellessen verpufften. Dafür trafen die Gastgeber, teilweise dank fleißiger Unterstützung der Gästeabwehr inklusive Torhüter, beinahe nach Belieben. Stendal verteidigte zu passiv, Lindau sagte danke und traf fast unmittelbar nach Wiederanpfiff zur Führung (48.). Es dauert nur zehn Minuten, ehe Gohlke die Vorentscheidung markierte. Der gerade eingewechselte Stober machte schließlich in Minute 64 den Sack mit seinem ersten Ballkontakt zu.

Fazit: Viel mehr konnte man nicht erwarten, jedoch erhoffen. Für die beiden restlichen Begegnungen kommt viel Arbeit auf den Trainer zu, aber wie sagt man: "Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.“

Übrigens, geleitet wurde das Spiel diesmal von einem Schiedsrichterinnen-Trio, das seine Sache auch nach Ansicht der mitgereisten Fans sehr ordentlich machte.

 

 

1. FC Lok : Giebichenstein - Gebauer (Gelb, 80. Wolff), Mahrhold, Schaarschmidt, Groß, Gödecke, L. Breda Buschke, Nellessen, Salge (80. Lemke), Juninho (Gelb, 80. M. Schmidt.

Tore: 0:1 Buschke (3.): 1:1 Hoffmann (40.); 2:1 Gohlke (58.); 4:1 (64.)

Schiedsrichterin: Sandra Stolz (Pritzwalk).

Zuschauer: 66