Neuigkeiten

Sportvorstand im Interview

Die erste Hinserie in der Fußball-Oberliga seit mehr als zehn Jahren ist Geschichte. Grund genug Bilanz zu ziehen. Stendals Sportvorstand Dr. Ralf Troeger stand im Interview Rede und Antwort.

Sportvorstand Dr. Ralf Troeger

Herr Dr. Troeger, wie fällt aus Sicht des Sportvorstandes beim 1. FC Lok Stendal das Fazit für das Jahr 2017 aus?

Das Jahr 2017 war für uns herausragend. Wir haben als Verein besondere Ziele erreicht. Dazu zähle ich den Aufstieg der ersten Männermannschaft in die Oberliga, die Errichtung eines modernen Kunstrasenplatzes durch den Verein als Bauherren sowie die Aufnahme des BSC und das damit verbundene Startrecht für ein zweites Herrenteam in der Kreisoberliga.

War der Aufstieg in der Saison 2016/2017 geplant?

Wir haben uns intern die Meisterschaft zum Ziel gesetzt. Nach einigen Jahren mit jeweils guten bis sehr guten Halbserien war uns klar, dass wir mit mehr Konstanz ganz vorn dabei sein können. Die Trainer und die Mannschaft, einschließlich aller Helfer, haben dann mit 67 Punkten und nur einer Niederlage überragend geliefert.

Welche Gründe sehen Sie für diesen Erfolg?

Wir haben im Vorstand vor Jahren entschieden, den Weg mit möglichst vielen eigenen Talenten bzw. Talenten aus der Region zu gehen. Daran knüpften sich auch die Anforderungen an den 1. Trainer. Der Trainer musste vor Ort und bereit sein, geduldig junge Spieler zu fördern und dafür auch mal auf externe Spieler zu verzichten. Die Wahl fiel damals, auch gegen die eine oder andere Stimme in der Öffentlichkeit, auf unseren heutigen Cheftrainer Sven Körner und es entstand zwischen Vorstand, Trainer und Mannschaft eine Basis für vertrauensvolle und kontinuierliche Arbeit bei Identifikation mit Verein und Region. Landesmeister 2016/2017 wurde meines Erachtens nicht die Mannschaft mit den besten Einzelspielern, sondern das Team mit dem stärksten, über Jahre gewachsenen Zusammenhalt.

Wird der Weg mit der eigenen Jugend nach dem Oberliga-Aufstieg weiter beschritten?

Das Ziel unserer Ausbildung war und ist möglichst viele Spieler in unsere erste Männermannschaft zu integrieren. Je besser die erste Männermannschaft aufgestellt ist, desto höher sind freilich die Hürden für die Jungs. Wir haben deshalb auch entschieden, ambitionierte Jugendspieler so früh wie möglich durch Trainings- und Testspielbeteiligungen mit den Gegebenheiten im Herrenfußball zu konfrontieren. Sicher ist, dass wir in allen Bereichen noch besser werden müssen. Sicher ist aber auch, dass wir alle besser werden wollen. Grundlage ist eine gute Zusammenarbeit zwischen den Trainern der älteren Altersklassen im Jugendbereich und den Trainern der Herrenteams. Ich denke, wir sind hier auf einem sehr guten Weg. Klar ist aber auch, dass sich eine Oberligamannschaft, die sich weiterentwickeln soll, nicht nur aus der eigenen Jugend speisen kann. Ohne externe Verstärkung wäre auch der Aufstieg nicht geglückt.

Sehen Sie das Ziel Klassenerhalt in der Saison 2017/2018 in Gefahr?

Nach einem sehr guten Start haben uns Verletzungen wichtiger Spieler, aber auch Undiszipliniertheiten zuletzt wehgetan. Auf Spieler wie Instenberg und Werner werden wir näherfristig nicht zurückgreifen können. Auch Christos Iereidis wird uns gegen Jena und Rudolstadt noch fehlen. Wir sind natürlich noch nicht durch, haben aber alle Voraussetzungen, mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. Bei alledem dürfen wir auch noch neun Heimspiele austragen und müssen uns Mannschaften wie Merseburg, Gera und Kamenz noch im Hölzchen stellen. Weitere schwere Verletzungen sollten uns aber erspart bleiben.

Vielen Dank für die offenen Worte.

Ich habe zu danken, jetzt heißt es erst einmal Kräfte bündeln. In diesem Sinne wünsche ich allen Freunden des 1. FC Lok Stendal ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!