FDGB-Pokal

Im DDR-Fußballpokal-Wettbewerb machte Lok Stendal zweimal nachdrücklich auf sich aufmerksam. Im Pokaljahr 1952 erreichten die Stendaler nach einem klaren 6:2-Sieg über den Oberligakonkurrenten Stahl Thale das Halbfinale. Dort kam es zur Begegnung mit dem Oberligaabsteiger Einheit Pankow, die mit 1:0 gewonnen wurde. Das Pokalendspiel gegen die SG Volkspolizei Dresden wurde für den 14. September 1952 angesetzt. Einen Tag vorher teilte ein Vertreter der BSG Einheit Schwerin dem Referat Fußball (höchstes DDR-Fußballgremium) mit, dass der von Schwerin nach Stendal gewechselte Jochen Giersch, der die letzten beiden Pokalspiele für Stendal bestritten hatte (24. und 31.8.), keine Freigabe erhalten hätte. Lok Stendal wurde noch am gleichen Tag disqualifiziert und an seiner Stelle bestritt Einheit Pankow das Finale (3:0 für Dresden). Da in jüngster Zeit Berliner Mannschaften mehrfach von der DDR-Sportführung durch Manipulationen bevorzugt worden waren, kam auch hier der Verdacht unlauterer Einflussnahme zugunsten der Berliner auf.
In der Pokalsaison 1965/66 erreichten die Stendaler nach jeweils Heimsiegen über die Oberligisten FC Carl Zeiss Jena (1:0), Berliner FC Dynamo (2:1) und FC Hansa Rostock (1:0) endlich das Finale. Im Bautzener Stadion an der Müllerwiese unterlagen die Lok-Fußballer am 30. April 1966 der BSG Chemie Leipzig durch ein Tor von Hans-Bert Matoul in der 73. Minute. Stendal trat mit folgender Mannschaft an:

Zeppmeisel - Felke, Lindner, Nathow, Prebusch, Strohmeyer, Liebrecht, Schmidt, Backhaus, Karow, Abraham

Zwischen 1950 und 1990 erreichte Lok Stendal 6 Achtelfinals, 4 Viertelfinals und jeweils ein Halbfinale und das Finale.